Michael Wilhelm's Homepage
AbfindungLogo Michael Wilhelm
Sie befinden sich: HomeBranntweinAbfindung

Unsere Kleinbrennereien

typisches Aussehen eines BrennblasendeckelsBrennblasendeckel

 

 

Edelbranntweine

Abfindungsbrennereien stellen die Edelbranntweine her, denn beim Abtrieb werden die giftigen Vorläufe und der unbrauchbare Nachlauf abgetrennt und nur das Herzstück, der Mittellauf nach dem Einstellen auf Trinkstärke letztendlich in den Handel gebracht oder selbst verkostet.

Schon lange vor Einführung des Branntweinmonopols ist Schnaps gebrannt worden. Meist landwirtschaftliche Betriebe haben zur Verwertung ihres nicht marktfähigen Obstes oder landwirtschaftlicher Produkte auch in früheren Zeiten Schnaps gebrannt. Bei der Schaffung des Branntweinmonopols hat man diesen dann wegen der Besitzstandswahrung eine Jahreserzeugungsmenge von 300 Liter Alkohol (= lA) zuerkannt (sogenannte "alter Art") und abhängig von den Rohstoffen, die üblicherweise dort verarbeitet worden sind, sie bestimmten Brennereiklassen zugeordnet. Es gibt daher neben den Verschlußbrennereien auch Abfindungsbrennereien in drei Brennereiklassen (mit den folgenden Merkmalen):

Obstbrennereien

Sie verarbeiten nur Obst, wie es zur damaligen Zeit üblicherweise auch hierzulande angebaut worden ist (Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen, Wein, Tobinambur usw.), d.h. Früchte der einheimischen Art. Um ernteschwache Jahre auszugleichen dürfen Obststoffe auch zugekauft werden und es darf im Abschnitt gebrannt werden. Der erste Abschnitt ging vom 01.10.1919 bis zum 30.09.1923. Die folgenden gelten immer im 10-Jahresrythmus, also derzeit 01.10.2003 bis 30.09.2013 und dann vom 01.10.2013 bis zum Ende des Monopols. Danach gibt es nur noch 300 Liter Abfindungsbrennereien bundesweit. Die Einzelheiten dazu stehen noch nicht ganz fest.

Landwirtschaftliche Brennereien

Sie verarbeiten hauptsächlich mehlige Stoffe (Kartoffeln und Korn), haben aber schon immer nebenbei auch Obststoffe gehabt und dürfen daher auch diese brennen, wie die Obstbrennereien. Sie dürfen ebenfalls dazukaufen, aber nicht im Abschnitt brennen.

gewerbliche Brennereien

Brennereien, die weder zu den Obstbrennereien, noch zu den landwirtschaftlichen Brennereien gehören sind gewerbliche Brennereien. Sie verarbeiten alle erlaubten Stoffe der Obstbrennereien und der landwirtschaftlichen Brennereien und dürfen darüber hinaus noch andere Stoffe verarbeiten (z.B. Bier, verschiedene neue Obstsorten). Sie dürfen ebenfalls zukaufen, aber wie die landwirtschaftlichen Brennereien nicht im Abschnitt brennen.

Brennereien neuer Art

In Abfindungsbrennereien wird Schnaps mit Brennblasen hergestellt, deren Volumen maximal 150 Liter betragen darf. Alle Abfindungsbrennereien, die nach der Schaffung des Branntweinmonopols im Rahmen der Grenzzahlen (= "neuer Art") neu hinzugekommen sind, dürfen nur selbstgewonnene Obststoffe der heimischen Art verarbeiten und so insgesamt pro Jahr 50 lA Obstbranntwein herstellen. Sie dürfen daher auch nicht zukaufen, haben aber wie die Obstabfindungsbrennereien "alter Art" im Abschnitt brennen. Jedem Oberfinanzbezirk (in den Grenzen von 1914) sind Grenzzahlen (maximale Zahl aller Abfindungsbrennereien) zuerkannt worden. Nur, wenn eine Grenzzahl frei wird, kann eine solche Abfindungsbrennerei neu beantragt werden. Im Bezirk der ehemaligen Oberfinanzdirektion Nürnberg (jetzt Bundesfinanzdirektion Südost mit größerem Bezirk), zu der das Hauptzollamt Nürnberg gehört, gibt es noch freie Grenzzahlen. Im Schwarzwald gibt es weit über 12.000 solcher Brennereien und eine Warteliste auf eine freie Grenzzahl.

Grundsätzliches (nicht vollständig und zum Teil eventuell schon überholt)

Die Abfindungsbrennereien "alter Art" können nur durch Besitzwechsel oder durch Übertragung von einem Brennereibesitzer (natürliche Person - also kein Unternehmen) zum anderen wechseln. Ein Besitzwechsel ist innerhalb der Familie (z.B. vom Vater auf den Sohn) möglich. Die Brennerei verbleibt damit auf demselben Grundstück. Eine Übertragung (meist Verkauf) führt auch stets zum Wechsel des Brennereigrundstücks.

Beides ist nur möglich, wenn die wirtschaftlichen Voraussetzungen auch weiterhin gegeben sind. Es gibt eine Vielzahl der Voraussetzungen die jeweils vorher überprüft werden und hier nicht einzeln wiedergegeben werden können. Wichtig ist aber auf jeden Fall das Vorhandensein eines lebenden landwirtschaftlichen Betriebes, der eine bestimmte Mindestgröße haben muss.

Bei Obstabfindungsbrennereien werden dazu die Obstbäume gezählt und der mögliche Ertrag aufgrund des Alters und dem Pflegezustand der Bäume anhand von Erfahrungstabellen hochgerechnet. Durch den Ertrag kann man dann auch wieder auf die zu erwartende Ausbeute an Alkohol kommen. Die 300 lA sollten immer annähernd ausgeschöpft werden können (von durchschnittlichen Erntejahren ausgehend). Brennereien "neuer Art" können zwar auch übertragen werden, aber auch im Rahmen der Grenzzahl zugeteilt werden.

Falls eine neue Abfindungsbrennerei eingerichtet, oder eine vorhandene räumlich umgebaut werden soll, muss dafür ein separater Brennraum vorhanden sein. Dieser darf nur über eine Tür nach außen und keine Verbindungstür zu anderen Räumen (ausgenommen Materiallagerraum, der wiederum nur in den Brennraum führt) außerhalb der Brennerei aufweisen.

Ebenso ist es mit Brennblasen, die bereits vor 1914 bestanden haben (ja die gibt es noch!) und ein größeres Brennblasenvolumen als 150 Liter fassen. Diese müssen bei einem Umbau oder bei Ersatz durch ein Neugerät mit einem Brennblasenvolumen von 150 Litern maximal betrieben werden. Eine direkte Zuleitung von Dampf in die Brennblase ist nur im Bereich des Auslaufstutzens und nur zu dem Zweck erlaubt, dass der im Auslaufstutzen enthaltene Alkohol entgeistet werden kann. Um fertigen Branntwein mit nur einem Abtrieb herstellen zu können, sind maximal drei Verstärkungsböden in der entsprechenden Verstärkersäule zugelassen.

Branntwein darf nur in dem Maße gereinigt werden, dass die geschmacksstofferhaltenden Merkmale erhalten bleiben. Zusätzlich angebrachte Katalysatoren zur Entgiftung und Rührwerke sind erlaubt.

Rohstoffe, die zur Verarbeitung gelangen, müssen im ursprünglichen Zustand eingemaischt (mehlige Stoffe) oder eingeschlagen (nichtmehlige Stoffe) werden. Es dürfen keine ausbeuteerhöhenden Stoffe (z.B. Zucker, Marmelade) zugesetzt werden.

Die Versteuerung erfolgt über Ausbeutesätze, die abhängig von Erfahrungswerten pro Rohstoffart festgelegt sind. Bei Rohstoffen, für die es keinen Ausbeutesatz gibt, wird immer ein Probebrennen durch den Zoll durchgeführt, um die Ausbeute zu ermitteln.

Bei verschiedenen Rohstoffen (z.B. Apfel, Birnen) ist es möglich, den erzeugten Branntwein an die Deutsche Edelbranntweinstelle abzuliefern. Die Ablieferung von gesammelten Vor- und Nachläufe als Branntweinersatz ist strafbar. Nur der angemeldete und nämliche Branntwein darf abgeliefert werden.

Jeder Abtrieb (das Befüllen der Brennblase und Abbrennen der vergorenen Rohstoffe) ist mit einer Abfindungsanmeldung bei der Zentralstelle Verbrauchsteuern - Abfindungsbrennen - in Stuttgart zu beantragen. Es wird eine Brenngenehmigung mit Steuerbescheid/Ablieferungsbescheid erteilt und somit aufgrund der Ausbeutesätze und des Steuertarifs die Branntweinsteuer im Voraus festgesetzt, bzw. die abzuliefernde Menge lA bestimmt. Deshalb gilt die Abfindungsanmeldung als Steuererklärung und ist mit Datum und Unterschrift zu versehen.

Im Downloadbereich werden Ihnen Links zur Verfügung gestellt, mit denen Sie die rechtlichen Vorschriften stets aktuell herunterladen können. Daneben gibt es dort auch Vordrucke für Abfindungsbrennereien.

Sie sehen, man könnte ganze Romane schreiben. Aber eine kleine Einführung muss genügen.

Extern

Wer mein Interesse am ÖPNV gesehen hat, wird sich nicht wundern, dass es da noch mehr gibt, z.B. Bahnsimulation.

Das Programm von Jan Bochmann benötigt Netze. Nicht nur meine eigenen dazu erstellten, sondern über 1400 Netze zu BAHN gibt es im JBSS-Archiv.

Wer gesund bleiben will, muss Sport treiben. Dazu gibt es Gelegenheit beim Lauftreff im Marienbergpark Nürnberg.

Einige Seiten habe ich auch für gute Bekannte von mir gemacht. Diese werden gewerblich verwendet und daher erfolgt von dieser Stelle aus kein Link dazu.

  Anfang der SeiteSeitenanfang | Impressum | Site Map | Disclaimer | Kontakt | ©2000-2016 Michael Wilhelm, Nürnberg

Valid XHTML 1.1 CSS-Standard